Marine-Regatta-Verein Stützpunkt Bielefeld e.V.




Ein Rückblick von Simone M.:

Anfang Mai 2013 wurden die Vereinsboote nach Mardorf gebracht und das Ansegeln terminiert. Für mich die erste Gelegenheit, auf einem Segelboot zu verweilen. Das Wetter war schön, der Wind mäßig, nur die Boote waren nicht segelbereit. So fuhr ich am Abend ohne „Segeleinstieg“ nach Hause. Meine ersten Segeleindrücke bekam ich dann bei Simone Struwe, die mich Himmelfahrt als „Ballast“ an Bord nahm. Am Pfingstsonntag hatte ich meine erste Segelstunde bei Norbert, nachdem Dietmar mir tags zuvor die Scheu nahm. Ich fühlte mich tatsächlich wie ein (Auto)Fahranfänger vor der ersten Fahrstunde – unsicher, nervös, zweifelnd …


Aber alles wurde gut! Nach anfänglicher Flaute (hierdurch wurde die „erste Kontaktaufnahme“ zu „Otto“ erleichtert) ging es am Nachmittag des Pfingstsonntag bei mäßigem Wind in Richtung Steinhude. Und langsam legte sich die Unsicherheit und der Weg zum Gespür für Boot, Wind, Wellen … ebnete sich.
In der nächsten Zeit wurden Termine mit Norbert vereinbart, Manöver geübt, physikalische Vorgänge diskutiert und zwischendurch immer wieder mit Dietmar geübt. Leider war das Wetter nicht immer wohl gesonnen, so dass einige vereinbarte Termine dem Wind zum Opfer fielen.
Am 14.Juli folgte dann ein internes Coaching zur Vorbereitung auf die Prüfung – Kreise segeln bis zum abwinken. Kaputt und mit der Erkenntnis, jetzt auch eine Halse auf der „Usedom“ segeln zu können, fuhr ich nach Hause, meldete mich zur Prüfung am 27. Juli an und machte ein finales Training mit Norbert und Dietmar klar. Die Generalprobe am 21.Juli mit Wolf-Jürgen glückte. Der fast nicht vorhandene Wind ließ alle Experimente zu und verzieh uns unsere Fehler.

So oder so ähnlich verliefen die Übungen bei allen „Neuseglern“, die für den 27. Juli zur Prüfung gemeldet waren. Heide und Patrick Weigang wurden bereits frühzeitig von Norbert von der Leine gelassen. Zweifelnd, ob hier das Zutrauen des Lehrers wohl größer war als das eigene, machten sie aus der Not eine Tugend und brachten sich das Segeln im Wesentlichen selbst bei. Wolf-Jürgen haderte lange mit seiner Spezialausbildung zum „Schwachwindsegler“, bis Dietmar ihm zeigte, was Segeln bei Windstärke 6 bedeutet. Nass ist er geworden und Spaß hat’s gemacht. Ehepaar Bauer ruhte in sich selbst und schöpfte aus überraschend langjähriger Erfahrung am Schweriner See.
Dann kam der Tag, auf den alle hin gefiebert hatten.
Praktische Segelprüfung:
Der Blick in den Windfinder in den Tagen vor dem 27. Juli verhieß nichts Gutes; der Blick aufs Meer am 27. auch nicht. Trotzdem sind wir in angemessener Zeit mit der „Usedom“ inkl. Warm- Up am Steg 43 angekommen. (Schon witzig, selbst zur Prüfung zu segeln.)
Hier trafen nach und nach die Prüflinge ein. Alle mehr oder weniger angespannt. Nach einiger Wartezeit und mentaler Unterstützung durch Dietmar und Petra begann die Prüfung. Wir mögen bitte in Hörweite bleiben, die zu fahrenden Manöver werden angesagt. Na toll, ich wollte doch einen angemessenen Abstand zu Ufer und Steg haben! Das ließ sich nicht mit der Vorgabe vereinen. Die ersten drei Boote waren in der Prüfung und die Manöver glückten nicht im Sinne der Prüfer, wodurch diverse Wiederholungen gefordert wurden. Das trug wiederum nicht zur Entspannung manches Prüfungskandidaten bei.

Prüfungsfahrt

ABER:
Bei dampfbadähnlichen Temperatur- und Luftverhältnissen mit entsprechender Sonneneinstrahlung haben wir, Heide, Patrick, Wolf-Jürgen, Thea, Hans und Simone, unsere praktische Prüfung mit Erfolg abgelegt und sind künftig amtlich berechtigt, ein Segelboot zu steuern.
Besonderer Dank sei an dieser Stelle an unsere „internen Unterstützer“ Simone, Petra und Dietmar gesagt, die uns mit ihrem Wissen, ihrer Zeit und Geduld betreut und zum Erfolg beigetragen haben!

Simone M. mit Unterstützung von W.-J- Weber

 

Nachgetragen sei seitens des MRV, dass bereits vier Wochen vorher, am 29.Juni, Ilona und Siegfried Metzner sowie Stephan Peters die praktische Prüfung erfolgreich bestanden haben und nun ebenfalls im Besitz des SBF Binnen sind.

Wir begrüßen Euch alle herzlich in unserer Mitte, gratulieren zur bestandenen Prüfung und wünschen:

Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!


Dietmar

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